Projektergebnisse
Das Forschungsprojekt ProSuffizienz verfolgt mehrere Ziele. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, das Stromverbrauchsverhalten von Prosumern – das sind Haushalte, die sowohl Energie produzieren als auch verbrauchen – wissenschaftlich fundiert zu analysieren. Darauf aufbauend sollen Informationen für einen effizienten und suffizienten, also sparsamen Umgang mit Energie in privaten Prosumer-Haushalten entwickelt und verbreitet werden.
ProSuffizienz läuft seit Herbst 2023, und nun liegen die ersten Ergebnisse des Projektes vor:
- Im Februar 2026 haben wir einen Stromspiegel für PV-Haushalte veröffentlicht, den „Stromspiegel Photovoltaik“. Er ermöglicht anhand einfacher Kennzahlen eine Einschätzung des eigenen Stromverbrauchs im Vergleich zu ähnlichen Haushalten.
- Mit dem StromanwendungsCheck ist ein Analysetool für den Stromverbrauch im Haushalt entstanden.
- Ein anschauliches Praxis-Beispiel („PraxisCheck“) zeigt, welche Schritte bei der Installation einer PV-Anlage beachtet werden müssen, und gibt nützliche Tipps.
- Der seit Projektbeginn durchgeführte Feldversuch wurde Ende 2025 beendet und wird aktuell ausgewertet.
Der Stromspiegel für PV-Haushalte: Stromverbrauch einordnen und vergleichen mit dem „Stromspiegel Photovoltaik“
co2online veröffentlicht seit vielen Jahren den Stromspiegel für Deutschland. Anhand einfacher Vergleichsgrößen zum Verbrauch können Eigentümer*innen und Mieter*innen leicht herausfinden, ob Sie mehr oder weniger Strom verbrauchen als ähnliche Haushalte.
Der im Rahmen von ProSuffizienz entwickelte Stromspiegel Photovoltaik verwendet die gleiche Herangehensweise, geht dabei aber auf die Besonderheiten von Haushalten in Einfamilienhäusern mit einer PV-Anlage auf dem Dach ein. Er berücksichtigt neben der PV-Eigenerzeugung auch die Sektorkopplung, also die Verzahnung der Energiebereiche Strom, Wärme und Mobilität im Haushalt.
Die Verbrauchsklassen des Stromspiegels Photovoltaik für 2026 finden Sie in der folgenden Tabelle:
Stromverbrauch vergleichen: In drei Schritten zum Ergebnis
- Jahresverbrauch berechnen
Nehmen Sie Ihre aktuelle Stromrechnung zur Hand und schauen Sie, wie hoch der Strombezug aus dem Netz (A) in diesem Jahr war. Er ist auf der Rechnung ausgewiesen und in Kilowattstunden (kWh) angegeben.
Addieren Sie zu diesem Verbrauch die von Ihrer PV-Anlage erzeugte Strommenge (B) (ebenfalls in kWh).
Als letzten Schritt ziehen Sie die Menge an Strom ab, die Sie im selben Jahr ins Netz eingespeist haben (C).
A+B-C = V
Ergebnis: Ihr tatsächlicher Jahresstromverbrauch (V). - Passende Zeile finden
Um Ihren Jahresstromverbrauch zu vergleichen, müssen Sie nun noch Ihre Technikausstattung (Wärmepumpe, E-Auto) und Ihre Haushaltsgröße berücksichtigen und dafür in der Stromspiegel-Tabelle die entsprechende Zeile auswählen. Achtung: Geräte zur Warmwasserbereitung werden als Sonderfall im 3. Schritt berücksichtigt.
Vergleichen Sie Ihren Wert: Liegen Sie eher niedrig, mittel oder hoch? - Sonderfall: Warmwasserbereitung elektrisch
Haben Sie einen Boiler oder Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung? Dann wird Ihr Verbrauch in der Regel höher sein als bei vergleichbaren Haushalten ohne solche Geräte.
Ziehen Sie deshalb 250 kWh pro Person in Ihrem Haushalt von Ihrem Jahresverbrauch ab und vergleichen Sie dann den korrigierten Wert mit der Tabelle.
Rechenbeispiel
Laut Ihrer Stromrechnung haben Sie 8.500 kWh Strom von Ihrem Anbieter bezogen. Mit Ihrer PV-Anlage haben Sie im gleichen Jahr 2.500 kWh Strom produziert. Von diesem selbstproduzierten Strom haben Sie 1.000 kWh Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Daraus ergibt sich ein tatsächlicher Jahresverbrauch von 10.000 kWh (8.500 kWh + 2.500 kWh – 1.000 kWh) für Ihren Haushalt.
Wenn Sie dann noch Ihr Warmwasser mit einem Boiler erhitzen und zu viert in Ihrem Haushalt leben, müssen Sie noch 1.000 kWh von dem eben ermittelten tatsächlichen Jahresverbrauch abziehen (10.000 kWh – (4*250 kWh)). Ihr korrigierter Jahresverbrauch beträgt dann 9.000 kWh.
Diesen Verbrauch können Sie dann mit dem entsprechenden Wert in der Tabelle abgleichen.
Noch Fragen? Dann schauen Sie sich gerne unser kurzes Erklärvideo an.
Die Vergleichswerte und Verbrauchsklassen des Stromspiegels Photovoltaik basieren auf den Verbrauchsdaten echter Haushalte mit PV-Anlage. 5.300 Nutzer*innen haben sie über den Online-Rechner StromCheck bereitgestellt. Wenn Sie den StromCheck nutzen, fließen Ihre Angaben zu Ihrem Verbrauch in unsere nächste Analyse ein.
Sie möchten Ihren Stromverbrauch optimieren? In unserem Artikel „Strom sparen im Haushalt: 25 einfache Tipps" finden Sie wirkungsvolle Ideen zum Stromsparen für jeden Haushaltsbereich.
Der StromanwendungsCheck: Analysetool für Haushaltsstrom
Wo fließt der Strom bei Ihnen hin? Welche Geräte nutzen Sie in welchem Umfang – und sind darunter auch so richtige Stromfresser? Mit dem StromanwendungsCheck können Endverbraucher*innen mit und ohne PV-Anlage den Stromverbrauch im eigenen Haushalt detailliert analysieren. Dabei werden auch geräte- und verhaltensspezifische Parameter sowie relevante Metadaten wie Haushaltsgröße und Wohnfläche berücksichtigt. Die Ergebnisse werden auch visuell dargestellt. Damit sollen Haushalte motiviert werden, sich mit den einzelnen Haushaltsbereichen (wie Waschen und Kochen) zu befassen und ihren Energieverbrauch je nach Potenzial zu senken.
Der StromanwendungsCheck wird auch über die Projektlaufzeit hinaus verfügbar bleiben.
Projektergebnisse im PraxisCheck: Erfahrungsbericht eines Teilnehmerhaushaltes
Für eine möglichst realitätsnahe und anschauliche Darstellung der Projektergebnisse wurde ein sog. PraxisCheck erstellt: Ein teilnehmender Haushalt wurde vor, während und nach der Installation einer PV-Anlage begleitet. Im dazu entstandenen Erfahrungsbericht zeigt sich, welche Meilensteine bei der Planung und Inbetriebnahme der Anlage beachtet werden sollten. Außerdem enthält er praktische Tipps für Eigenheimbesitzer*innen, die sich ebenfalls für die Nutzung von Photovoltaik interessieren. PraxisCheck: Familie Greißner auf ihrem Weg zur PV-Anlage:
Im weiteren Projektverlauf wird begleitend zum Video auch ein umfassender Artikel entstehen. Er soll zusätzliche Informationen enthalten – nicht nur zur PV-Anlage selbst, sondern auch zu ihrer suffizienten Nutzung.
Ergebnisse des Feldtests
Im Rahmen eines digitalen Feldtests wurden von Anfang 2024 bis Ende 2025 Eigenheimbesitzer*innen, die innerhalb dieses Zeitraums eine PV-Anlage installiert haben, begleitet. Dabei wurden zum einen detaillierte Vorher- und Nachher-Daten zur Stromnutzung erhoben. Zum anderen wurden Befragungen durchgeführt, um subjektive Einschätzungen zum Stromverbrauchsverhalten zu erhalten.
Ziel des Feldtestes ist es, quantitativ und qualitativ zu analysieren, ob und wie sich nach der Installation einer PV-Anlage die Geräteausstattung und das Nutzungsverhalten ändern. Daraus können Ansatzpunkte für Suffizienzstrategien entwickelt werden. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich Prosumer-Haushalte mit und ohne Sektorkopplungstechnologien hinsichtlich des Umgangs mit (eigenem) Strom voneinander unterscheiden.
Die ersten Ergebnisse werden auf den Berliner Energietagen im April 2026 vorgestellt. Die genauen Informationen werden hier noch bekannt gegeben.