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Geschirrspüler: Stromverbrauch & Spartipps

Verschwenderische Geschirrspüler, tropfende Waschmaschinen, knarzende Kochherde: Elektrogeräte verbrauchen Strom, belasten die Umwelt und sind trotzdem unverzichtbar. Was tun? In der Reihe „Unter Strom“ erzählen unsere Autor*innen, warum es auch für bekennende Klimaschützer*innen nicht immer leicht ist, sich von alten Stromfressern zu trennen. Heute berichtet unsere Autorin Anne Weißbach, warum gerade ein Geschirrspüler ihre Beziehung gerettet hat.

Ist Ihr Stromverbrauch auch zu hoch?

In wenigen Sekunden den eigenen Verbrauch berechnen und sehen, wie viel Sie sparen können. Durchschnittliches Sparpotenzial: 320 Euro pro Jahr und Haushalt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Spülen mit Geschirrspüler effizienter als Spülen mit Hand
  • beim Kauf vor allem auf passende Größe und Effizienzklasse A achten
  • effizientere Geräte lohnen sich trotz höherer Kaufpreise
  • etwa 10 Jahre alte Geräte bereits kostendeckend zu ersetzen

Nicht nur die Autorin ist froh über die häusliche Harmonie, die der Geschirrspüler bringt. (c) Anne Weißbach

Wenn ich mich für ein Haushaltsgerät entscheiden müsste, dann würde ich wahrscheinlich den Geschirrspüler wählen. Ja, ich weiß, Wäsche waschen mit dem Waschbrett ist ziemlich wasser­intensiv und vor allem anstrengend und Serien streamen könnte ich ohne Fernseher oder Laptop auch nicht mehr – aber wissen Sie was? Ich hasse abwaschen! Ich hasse es, meine Hände in trübes Abwaschwasser zu tauchen. Ich hasse es, vertrocknete oder angeschimmelte Essensreste vom Teller zu kratzen. Und ich hasse es, undefinierbare, aufgeweichte Stückchen aus dem Auffangsieb der Spüle zu fummeln.

Diese Erfahrungen kann ich glücklicherweise als Teil meiner Studienzeit abhaken. Damals galt ein Geschirrspüler als Luxuskriterium für eine Wohngemeinschaft – in dessen Genuss ich nicht kam. Und auch als ich die erste gemeinsame Wohnung mit meinem Freund bezog, begnügten wir uns mit Handspülen. Da wir eine gleichberechtigte Partnerschaft führen, kümmerte sich also meistens niemand um den Abwasch. Dabei ist ein guter Geschirrspüler eine sinnvolle Investition in Effizienz – und sollte nicht als Luxus gelten.

Geschirrspülmaschine oder von Hand spülen: Was spart mehr Strom?

Auch wenn es für viele überraschend ist: Es ist tatsächlich effizienter, Geschirr mit der Maschine abzuwaschen als von Hand zu spülen – vorausgesetzt, es handelt sich um ein halbwegs modernes Gerät. Ein Geschirrspüler der besten Energieeffizienzklasse verbraucht zum Spülen von 12 Maßgedecken nur etwa 10 Liter Wasser und 0,85 Kilowattstunden (kWh) Strom. Beim Spülen von Hand sind je nach Technik durchschnittlich 70 Liter notwendig. Hinzu kommen 1,8 kWh für das Erwärmen des Wassers.

(c) www.iStock.com / ronstik

Und natürlich spart ein Geschirrspüler auch viel Energie für Streitereien um den Abwasch. Das war der Grund, warum wir nicht lange warteten, bis wir uns einen Geschirr­spüler zulegten: ein gebrauchtes Modell in neuwertigem Zustand, das bis in unsere Wohnung im fünften Stock geliefert wurde. Das waren für uns die wichtigsten Kaufkriterien, die Energie­effizienz interessierte uns damals noch nicht so sehr. Aber immerhin ist unser Beziehungsretter von Bosch – das kann ja nicht so schlecht sein, oder?

Stromverbrauch eines Geschirrspülers

Die effizientesten auf dem Markt erhältlichen Geräte verbrauchen laut EcoTopTen 158 kWh pro Jahr bei einem Fassungsvermögen von 9 Maßgedecken [Stand: Juli 2021]. Der Wasserverbrauch liegt bei etwa 8 Litern pro Waschgang.

Meine Spülmaschine gehört leider nur der Effizienzklasse A+ an – klingt gut, verbraucht aber deutlich mehr Energie: laut Herstellerangaben 220 kWh pro Jahr bei einem Fassungsvermögen von 9 Maßgedecken (entspricht meistens 45 cm Breite). Zum Vergleich: Selbst ein A+++-Gerät, das 14 Maßgedecke fasst (60 cm Breite), verbraucht laut EcoTopTen „nur“ 208 kWh pro Jahr. Der Wasserverbrauch meines Geräts liegt sogar im Eco-Programm bei 9 Litern pro Waschgang.

Aber A+++ gibt’s doch gar nicht mehr?

Das stimmt, die Pluskassen (A+, A++, A+++) bei den Energielabels von Geschirrspülern gibt es seit März 2021 nicht mehr. Die Skala der Labels reicht nun von A bis G. Allerdings haben sich die Verbrauchswerte der aktuell auf dem Markt erhältlichen Geräte nicht geändert. Ein Gerät der damaligen Klasse A+++ gehört heute eher der Klasse C oder D an – es kann aber immer noch das effizienteste auf dem Markt sein.

Energieeffizienzlabel für Geschirrspüler

Ob eine Geschirrspülmaschine viel oder wenig Strom verbraucht, erkennen Sie auf einen Blick anhand ihres Energieeffizienzlabels. Welche Informationen Sie dem Energie-Etikett sonst noch entnehmen können, zeigt die Infografik:

Auch wenn die Anpassungen auf den ersten Blick etwas verwirrend sein mögen, machen sie doch die Effizienzunterschiede deutlich: Wohingegen A+ und A+++ gar nicht so weit voneinander entfernt zu sein scheinen, lassen etwa C und E einen viel größeren Unterschied vermuten. Tatsächlich sind die Einsparungen nicht unerheblich, wie die Tabelle zeigt. Die Werte beziehen sich auf Geräte mit 45 cm Breite, die 9 Maßgedecke fassen.

Tabelle: Vergleich der Strom- und Wasserkosten eines effizienten und ineffizienten Geschirrspülers

Ineffiziente Spülmaschine (Klasse E, früher A+) Effiziente
Spül­maschine (Klasse C,
früher A+++)
Einsparungen auf 10 Jahre
Stromverbrauch pro Waschgang 0,78 kWh0,55 kWh

Stromkosten

pro Waschgang

24,8 ct 17,5 ct
Stromverbrauch im Jahr 218,4 kWh154 kWh 644 kWh

Stromkosten

im Jahr

70 €50 €o200 €
Wasserverbrauch im Jahr2.520 l1.156 l13.640 l

Wasserkosten

im Jahr

10,10 €4,60 €55 €
Gesamt-einsparung255 €

Basierend auf Herstellerangaben für das Eco-Programm, berechnet mit einem Strompreis von 31,81 Cent/kWh, einem Wasserpreis von 0,4 Cent/Liter für Trinkwasser und Abwasser und 280 Waschgängen pro Jahr.

In der Regel lohnt es sich also, den höheren Preis für ein sehr energieeffizientes Gerät zu bezahlen, da die Energieeinsparungen den Kaufpreis wieder wettmachen. Wird ein effizienter Geschirrspüler beispielsweise 10 Jahre benutzt, spart er im Vergleich zum weniger effizienten Modell 200 Euro Stromkosten. Dabei ist die Ersparnis für den geringeren Wasserverbrauch in dieser Rechnung noch nicht einmal berücksichtigt.

(c) Monkey Business / Fotolia.com

Die Angaben auf dem Energielabel beziehen sich nur auf die Verbräuche im Eco-Programm (Eco). Dieses Programm zieht weniger Wasser als andere Spülprogramme und erwärmt es nur auf etwa 50 Grad, spült dafür jedoch deutlich länger. Der meiste Strom wird nämlich für das Erwärmen des Wassers benötigt.

Nutzen Sie also möglichst immer das Sparprogramm – einmal pro Monat mit 65 Grad genügt.

Wann lohnt sich der Austausch eines Geschirrspülers?

Mein A+-Gerät würde es nach heutiger Skala also nicht mal in die Klasse D schaffen. Es verbraucht also einiges mehr als sehr energieeffiziente Modelle. Aber ist deshalb schon Zeit für ein neues oder kann ich meinen Geschirrspüler getrost noch ein paar Jahre nutzen? Lohnt es sich, einen alten Geschirrspüler durch ein neues, effizienteres Gerät zu ersetzen, wenn das alte noch funktioniert? 

Als Faustregel gilt: Ist der alte Geschirrspüler mehr als 10 Jahre alt, dann decken die Ersparnisse durch den geringeren Energieverbrauch die Anschaffungskosten in der Regel nach einigen Jahren. Wichtig ist, dass es sich um ein Neugerät der höchsten Energieeffizienzklasse handelt. Dann rechtfertigen die Einsparungen auch den Energieverbrauch bei Herstellung und Transport.

Ich kann das Alter meiner Spülmaschine zwar nicht genau nachvollziehen, aber ich schätze es so auf gute 5 Jahre. Für mich lohnt sich ein Neugerät also noch nicht, denn es würde sich nicht amortisieren. Wie ich trotzdem Strom und Wasser sparen kann, erfahren Sie gleich.

Ob sich der Tausch in Ihrem Fall lohnt, berechnet der Haushaltsgeräte-Check des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Dafür benötigen Sie den Kaufpreis des Neugeräts, den Stromverbrauch beider Geräte und die Anzahl der Spülgänge im Jahr.

Richtige Entsorgung des alten Geschirrspülers

Sie haben sich für den Kauf eines neuen Geräts entschieden, um Strom und Kosten zu sparen? Dann tun Sie damit auch etwas für die Umwelt. Um noch mehr zu bewirken, achten Sie auch darauf, Ihr Altgerät richtig zu entsorgen und es dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Nehmen Sie den die Rücknahmepflicht des Elektrogerätegesetzes in Anspruch. Es verpflichtet Händler mit einer Verkaufs- beziehungsweise Lagerfläche von mindestens 400 Quadratmetern, ihrer Kundschaft beim Kauf neuer Elektrogeräte die Altgeräte abzunehmen. Das gilt auch beim Kauf im Internet.

6 Tipps für den Kauf einer Geschirrspülmaschine

1. Auf die Energieeffizienz achten

Achten Sie bei Ihrem neuen Geschirrspüler auf die Energieeffizienzklasse. Geräte der Klasse A haben einen geringen Stromverbrauch und kommen mit wenig Wasser aus. Das sorgt auf Dauer für niedrige Strom- und Betriebskosten. Prüfen Sie, ob in Ihrem Fall ein Warmwasseranschluss sinnvoll ist (siehe Stromspar-Tipps).

2. Größe des Geschirrspülers an Haushalt anpassen

(c) Visions-AD - Fotolia.com

Richten Sie sich bei der Größe der Geschirrspülmaschine nach der durch­schnittlich anfallenden Geschirrmenge und dem verfügbaren Platz. Im Handel sind Spülmaschinen mit einer Breite von 60 cm oder 45 cm erhältlich. Die kleineren Geräte haben zwar häufig einen höheren Energie- und Wasser­verbrauch. Für kleinere Haushalte lohnt sich die Anschaffung oft trotzdem, da größere Maschinen häufig schon angestellt werden müssen, bevor sie voll sind.

Richtige Größe des Geschirrspülers:

  • Geschirrspülmaschine für einen 1- bis 2-Personen-Haushalt
    Empfehlung: Geschirrspüler mit 45 cm Breite für 9 bis 10 Maßgedecke
  • Geschirrspülmaschine für einen 3-Personen-Haushalt oder mehr
    Empfehlung: Geschirrspüler mit 60 cm Breite für 12 bis 15 Maßgedecke

3. Wasserverbrauch beachten

Auch der Wasserverbrauch beeinflusst Kosten und Umweltfreundlichkeit eines Geschirrspülers. Besonders bei einem gebrauchten Gerät sollten Sie das im Blick haben: Während 10 Jahre alte Geräte häufig noch 19 Liter Wasser pro Spülgang verbrauchen, sind es bei modernen und besonders effizienten Geräten nur 8 Liter.

Unsere Empfehlung: Wählen Sie einen Geschirrspüler, dessen Wasserverbrauch pro Spülgang maximal 10 Liter beträgt.

4. Geräuschpegel mitdenken

In Sachen Lautstärke hat die Stiftung Warentest ermittelt, dass besonders bei preisgünstigen Geräten an der Schallisolierung gespart wird. Die Geräuschentwicklung während des Eco-Spülgangs wird unten rechts im Energielabel für Geschirrspüler angegeben. Empfehlenswert sind Geschirrspüler, deren Lautstärke im Betrieb zwischen 40 und 43 Dezibel liegt. Als sehr störend wird die Betriebslautstärke ab etwa 50 Dezibel empfunden.

Folgende Tabelle gibt Ihnen eine Orientierung, welche Dezibel-Zahl für welche Lautstärke steht: 

GeräuschDezibel
Uhr ticken25
Flüstern35
Gespräch bei Zimmerlautstärke50
Staubsauger (1 Meter Entfernung)70

Übrigens: Bei eingebauten Geschirrspülern (integrierbar oder vollintegrierbar) schluckt die Verkleidung zusätzlich Lärm – bis zu 20 Dezibel. Hat Ihre Maschine Metallfüße und steht auf Fliesen oder Stein, sollten Sie Gummi- oder Filzunterleger verwenden. Das vermeidet das Übertragen von Geräuschen über den Fußboden.

5. Wasserstop-Funktion gegen Wasserschäden

(c) Lupo | pixelio.de

Ein Wasserschaden ist nicht nur lästig, sondern kann auch richtig teuer werden. Beim Neukauf einer stromsparenden Spülmaschine sollten Sie daher Wert auf einen hochwertigen Schutz vor Wasser­schäden legen. Ein integriertes Wasser­schutzsystem (AquaStop) verhindert, dass Wasser in den Schlauch zwischen Spülmaschine und Wasserzugang läuft, wenn ein Leck im Schlauch erkannt wird.

6. Bauform des Geschirrspülers

Bei Geschirrspülern werden vier verschiedene Bauformen unterschieden. Welche die passende für Sie ist, hängt vom Platz in Ihrer Küche und den anderen Küchenmöbeln ab:

  • Spülmaschinen-Standgeräte können frei in der Küche aufgestellt werden, zum Beispiel direkt neben Ihren anderen Küchenmöbeln. Die freistehenden Geschirrspüler haben eine einheitliche Höhe von 85 cm.
  • Geschirrspüler für den Unterbau können unter die Arbeitsplatte in der Küchenzeile geschoben werden, da sich die obere Geräteplatte abnehmen lässt.
  • Integrierbare Geschirrspüler werden größtenteils mit einer Möbelverkleidung aus Ihrem originalen Küchenmöbelprogramm verdeckt. Nur die Blende mit den Bedienelementen ist dann noch sichtbar.
  • Vollintegrierbare Geschirrspüler werden komplett verkleidet, sodass das Gerät selbst nicht mehr sichtbar ist. Die Schalter befinden sich dann an der oberen Seite der Gerätetür und sind nur im geöffneten Zustand bedienbar.

Stromsparen mit Geschirrspüler: Praktische Tipps zur Nutzung

  • Schalten Sie die Spülmaschine nur an, wenn sie voll beladen ist: Halbvolle Maschinen anzuschalten ist ineffizient. Es kann sich außerdem mehr Lärm als bei einer vollen Maschine entwickeln.
  • Nutzen Sie das Eco-Programm: Das Sparprogramm eines Geschirrspülers dauert zwar länger, braucht jedoch weniger Strom als die anderen Programme. Im Eco-Programm wird das Wasser nur auf maximal 50 Grad aufgeheizt, dafür jedoch der Einweich- und Spülvorgang verlängert. Es wird auch weniger Wasser verwendet als bei anderen Programmen.

Tipp: Spülgang planen

Eine Timer-Funktion ermöglicht es bei vielen Modellen, die längeren Energiesparprogramme während der Nacht oder am frühen Morgen zu starten.

  • Schließen Sie den Geschirrspüler ans Warmwasser an: Wer eine Solarthermieanlage oder eine andere energieeffiziente Warmwasserbereitung nutzt und nur eine kurze Strecke zum Speicher hat, sollte die Spülmaschine direkt ans Warmwasser anschließen. Das ist effizienter als das Erwärmen des Wassers mithilfe von Strom. Laut Stiftung Warentest sinkt der Stromverbrauch so um bis zu 30 Prozent. Nicht alle Modelle haben einen Warmwasseranschluss. Deswegen sollte auch dies beim Kauf einer Geschirrspülmaschine bedacht werden. Lassen Sie sich bei dieser Entscheidung am besten von Fachpersonal beraten.

Autorinnen: Anne Weißbach mit Unterstützung von Laura Wagener

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