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Stromverbrauch durch Standby: einfach ausschalten!

Die Standby-Funktion von Elektrogeräten verbraucht unnötig viel Strom. Erfahren Sie, wie Sie im Schnitt bis zu 115 Euro im Jahr sparen können, indem Sie Standby ausschalten – und wie Sie den heimlichen Stromfressern auf die Schliche kommen. Zum Beispiel rund um einen Urlaub.

Ist Ihr Stromverbrauch auch zu hoch?

In wenigen Sekunden den eigenen Verbrauch berechnen und sehen, wie viel Sie sparen können. Durchschnittliches Sparpotenzial: 320 Euro pro Jahr und Haushalt.

(c) Med Badr Chemmaoui | Unsplash

Brennt an Fernseher, Stereoanlage oder Spielekonsole dauernd ein Licht? Ist das Netzteil des Deckenfluters warm oder brummt es? Und haben Mikrowelle und PC keinen richtigen Ausschalter? Dann verbrauchen diese Geräte rund um die Uhr Strom. Das sorgt nicht nur für eine teure Stromrechnung, sondern auch für einen hohen CO2-Ausstoß.

Einsparpotenzial: Standby ausschalten und bis zu 115 Euro sparen

In einem durchschnittlichen 3-Personen-Haushalt machen unnötige Kosten durch Standby im Schnitt etwa acht Prozent der Stromrechnung aus. Die Standby-Leistung liegt durchschnittlich bei etwa 10 Watt. Durch vollständigen Verzicht könnten Sie im Einfamilienhaus im Jahr bis zu 360 Kilowattstunden (kWh) und 115 Euro sparen sowie 170 kg CO2 vermeiden. Bei einem durchschnittlichen 2-Personen-Haushalt in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus sind es 210 kWh, rund 65 Euro und 100 kg CO2.

Stromverbrauch: Standby-Verbrauch einzelner älterer Geräte

GerätStandby-Watt (gemessen)kWh pro Jahr*Euro pro Jahr*
Stereoanlage1512038
Fernseher (LCD)1411236
Mini-Hifi-Anlage118828
PC, Monitor & Drucker108025
DVB-T-Receiver108025
Handy-Ladegerät54013
Telefon (schnurlos)3248
Waschmaschine3248
Mikrowelle2,5206
Handy-Ladegerät (neu)0,32,40,8

* Angenommen ist eine durchschnittliche Standby-Dauer von 22 Stunden pro Tag. Gemessen wurden Beispiel-Geräte aus verschiedenen Haushalten. Neue Geräte verbrauchen gemäß EU-Verordnung (Ökodesign-Richtlinie) deutlich weniger Strom im Standby-Betrieb als ältere.

Wie Sie Ihren Standby-Verbrauch senken

(c) Gabriel | Unsplash

Um Strom zu sparen, müssen Sie Standby ganz ausschalten. Mit ferngesteuerten Steckdosen können Sie das sogar bequem von der Couch aus machen. Das geht dank einem Zwischenstecker mit Sensor, der zwischen Fernseher, Lampen und Co und Steckdose gesteckt wird. Der Sensor kappt oder aktiviert die Stromzufuhr von Steckdose zum Gerät, je nach Befehl mit der Fernbedienung. Einige Funksteckdosen lassen sich sogar via Bluetooth oder WLAN per Smartphone steuern. Bedenken Sie jedoch, dass diese Steckdosen selbst einen geringen Standby-Verbrauch haben, um Signale empfangen zu können. Noch energiesparender sind daher manuell abschaltbare Steckdosenleisten. Ein weiterer Vorteil: mit einem einzigen Knipsen können Sie gleich eine ganze Reihe von Geräten vom Strom trennen.

Besonders praktisch im Büro oder für gemeinsam arbeitende Gerätegruppen sind die sogenannten Master-Slave-Steckdosen. Hier wird ein Hauptgerät als „Master“ definiert, das die Stromzufuhr zu den anderen Geräten bestimmt. Wird das Hauptgerät ausgeschaltet, werden automatisch alle zugehörigen Geräte ebenfalls vom Strom getrennt.

Stromfresser zu Hause aufspüren

Um heimliche Stromfresser zu erkennen, starten Sie am besten gleich einen Rundgang durch Ihre ganze Wohnung oder Ihr Haus. Halten Sie Ausschau nach Geräten, die einen hohen Standby-Verbrauch haben und die Sie ganz oder zeitweise vom Netz trennen können:

  • Wohnzimmer: Fernseher, Set-Top-Boxen, Hifi-Anlage, Receiver
  • Kinderzimmer: Spielekonsole
  • Badezimmer: elektrische Zahnbürste, Rasierapparat, Waschmaschine
  • Arbeitszimmer: Computer, Monitor, Drucker
  • Küche: Waschmaschine, Geschirrspüler, Küchenradio

Tipp: Ferienzeit ist Stromspar-Zeit

Gönnen Sie, wenn Sie in den Urlaub fahren, auch Ihren elektrischen Geräten eine Pause! Indem Sie die Geräte vom Strom trennen, sparen Sie nicht nur den Standby-Verbrauch, sondern schützen Ihre Geräte auch vor Blitzeinschlag und Überspannung. Außerdem vermeiden Sie jegliche Brandgefahr, wenn Sie den Stecker ziehen! Und: Nutzen Sie die Abwesenheit am besten auch gleich, um Ihren Standby-Verbrauch zu ermitteln, zum Beispiel mit dem Energiesparkonto oder der App EnergieCheck.

Standby auf die Schliche kommen

Um Ihren gesamten Standby-Verbrauch zu ermitteln, können Sie das Energiesparkonto oder die App EnergieCheck nutzen – am besten rund um einen Urlaub. Tragen Sie einfach unmittelbar vor der Abreise und direkt nach der Rückkehr den Stromzählerstand ein. Liegt der Verbrauch während der Abwesenheit bei mehr als einer Kilowattstunde (kWh) pro Tag, sollten Sie weitere Standby- Verbraucher suchen und Dauerläufer wie Kühlschrank oder Gefriertruhe prüfen.

Sie sind sich unsicher, ob das eine oder andere Gerät einen Standby-Verbrauch hat? Dann sollten Sie ein Strommessgerät nutzen. In vielen Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen können Sie ein Strommessgerät kostenlos ausleihen.

Sie wollen Ihren Stromverbrauch dauerhaft im Blick behalten? Dann sind Smart Meter oder andere intelligente Messgeräte vielleicht etwas für Sie. 

Weitere Beratungsangebote gesucht? Der Stromspiegel listet verschiedene Möglichkeiten auf – online und vor Ort: vom StromCheck bis zum Basis-Check der Verbraucherzentrale Energieberatung.

Autoren: Sebastian Lambeck, Jens Hakenes