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Stromverbrauch & Tipps für PC, Notebook & Tablet

Bleischwere Notebooks, klapprige Kochherde, tropfende Waschmaschinen: Elektrogeräte verbrauchen Strom, belasten die Umwelt und sind trotzdem unverzichtbar. Was tun? In der Reihe „Unter Strom“ erzählen unsere Autor*innen, warum es auch für bekennende Klimaschützer*innen nicht immer leicht ist, sich von alten Stromfressern zu trennen. Heute berichtet unser Autor Minh Duc Nguyen über das Festhalten an seinem HP Elite, dem stahlharten Notebook.

Ist Ihr Stromverbrauch auch zu hoch?

In wenigen Sekunden den eigenen Verbrauch berechnen und sehen, wie viel Sie sparen können. Durchschnittliches Sparpotenzial: 320 Euro pro Jahr und Haushalt.

(c) Minh Duc Nguyen

Als bekennender Klimaschützer habe ich es nicht immer leicht. Das können Sie mir ruhig glauben. Ob beim Essen, beim Verreisen oder sogar beim Phantasieren: Stets muss ich mich für mein Verhalten rechtfertigen! Im Ernst. Hier habe ich für Sie ein paar wirklich harmlose Beispiele:

 

  1. Wenn meine Freunde mich besuchten, dann warfen sie als Erstes immer einen prüfenden, ja geradezu vorwurfsvollen Blick auf Altus, den Kühlschrank, und auf Seppelfrickel, den Herd mit Backofen. Zum Glück habe ich schon eines der beiden Geräte ausgetauscht. Das zweite ist in der Planung.
  2. Wenn ich Fernweh verspüre und ganz weit wegfliegen möchte, verschweige ich diesen Wunsch meinen Arbeitskolleg*innen. Nicht dass sie wieder mit Balkonien ankommen!
  3. Und sogar für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich eines Tages über einen Koffer voller Euroscheine stolpere und ich mir mit dem Geld ein Einfamilienhaus kaufen möchte, gibt es moralische Einwände. Schließlich gilt diese Art von Häusern als ökologisch bedenklich. Eine Berliner Tageszeitung bezeichnet sie sogar als Flächenfresser und Klimakiller.

Die Liste an Einschränkungen ließe sich endlos verlängern. Es gibt aber zum Glück auch Ausnahmen. Und da sind wir schon beim eigentlichen Thema: Stromverbrauch von PC, Notebooks und Tablets. Wenigstens hier muss ich mich nicht rechtfertigen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs durch Unterhaltungselektronik
  • beim Kauf auf passende Größe und Leistung, lange Garantie und austauschbare Verschleißteile achten
  • Geräte möglichst gebraucht kaufen, lange nutzen und vor Austausch Upgrades prüfen
  • Standby-Stromverbrauch vermeiden und standardmäßig Energiesparmodus nutzen
  • Elektronik generell nicht in den Hausmüll, sondern zum Recycling 

Stromverbrauch von Notebook und Co.

Hätten Sie es gedacht? Der Löwenanteil des Stromverbrauchs in einem deutschen Durchschnittshaushalt geht auf das Konto von Computer, Fernseher und Co.: im Schnitt rund 28 Prozent des gesamten Stromverbrauchs – und das, obwohl die einzelnen Geräte immer energieeffizienter werden.

Das liegt vor allem daran, dass die meisten Haushalte immer mehr Elektrogeräte haben, beispielsweise einen Laptop oder ein Tablet pro Person statt einen PC für alle. Außerdem gibt es immer mehr Erweiterungen zu den einzelnen Systemen. Dazu zählen Soundsysteme oder leistungsstarke Grafikkarten, die zusätzlich Strom verbrauchen.

Weniger ist manchmal mehr

Wenn Sie sich im vorherigen Absatz wiederfinden, dann gehören Sie zum Durchschnitt. Andernfalls sind Sie wahrscheinlich ein/e Klimaschützer*in, wie ich es bin. In meinem Haushalt gibt es weder einen Fernseher noch einen stromhungrigen PC. Auch Tablets und leistungsstarke Soundsysteme gehören nicht zum Inventar. Stattdessen nenne ich seit knapp zehn Jahren ein gebrauchtes Notebook mein Eigen.

(c) Minh Duc Nguyen

Vorhang auf für Elitebook, das stahlharte Notebook

Das Elitebook wurde 2011 auf den Markt gebracht. Es handelt sich um ein sogenanntes Businessgerät, also eines für den beruflichen Einsatz. Ich habe es 2013 gebraucht gekauft – mit einer französischen Tastatur und ein paar Schrammen. Das Gehäuse ist größtenteils aus Aluminium und bietet unendlich viele Anschlüsse. Das Notebook hat samt Netzteil ein stolzes Kampfgewicht von 3,2 Kilogramm – das ist fast so viel wie ein durchschnittliches Neugeborenes. Aktuelle vergleichbare Notebooks wiegen um die 2 Kilo und weniger. Ein paar Jahre später habe ich die Original-Festplatte durch eine sogenannte SSD ersetzt. 2020 wurde der Lüfter erneuert. Seitdem läuft das Notebook wieder einwandfrei. Sogar der Original-Akku hält unter Last knapp zwei Stunden.

Mehr Laptops, weniger PC mit Monitor

Dass ich nur ein Notebook besitze, ist tatsächlich keine Seltenheit mehr. Seit Jahren lässt sich ein Trend beobachten: In vielen Privathaushalten ist der klassische Desktop-PC mit separatem Monitor bereits verschwunden – zumindest bis Anfang 2020. Als pandemiebedingt die ersten Angestellten ins Homeoffice geschickt wurden, stieg auf einmal der Absatz für PC wieder an. Verwendung finden sie in Haushalten, in denen Heimarbeit möglich ist. Wer grafische Inhalte und Videos bearbeiten muss, greift in der Regel auch zu einem PC mit größeren Monitoren. Für leidenschaftliche Spieler*innen kommen ohnehin nur richtige Gaming-Geräte infrage.

Je nach Nutzung und Ausstattung gehören der Computer und seine Peripheriegeräte, wie Drucker, Monitor und Soundsystem, zu den Elektrogeräten mit dem höchsten Stromverbrauch im Haushalt. Daher ist es wichtig, möglichst energieeffiziente Geräte zu kaufen. Langfristig entlastet das nicht nur den Geldbeutel. Es schützt durch den geringeren CO2-Ausstoß auch das Klima.

Stromverbrauch durch PC, Notebook und Co. messen

(c) Christin Hume / Unsplash.com

Computer mit hoher Rechenleistung verbrauchen in der Regel mehr Strom als solche mit weniger Rechenleistung. Es hängt jedoch auch von Baujahr und Prozessortyp ab.  Einen Anhaltspunkt für den Stromverbrauch durch den Computer bietet die Leistungsaufnahme des Netzteils. Bei einem leistungsfähigen Gaming-Computer liegt die etwa zwischen 300 und 450 Watt. Das heißt, dass allen Komponenten des Computers maximal 300 Watt zur Verfügung gestellt werden können. Im Normalbetrieb liegt der Verbrauch eines einfachen Haushalts-PCs und auch eines Gaming-PCs deutlich unter dieser maximalen Auslastung und bewegt sich eher zwischen 30 und 150 Watt.

Mit einem Strommessgerät oder einer smarten Messsteckdose

Den genauen Stromverbrauch durch einen PC zu messen, ist simpel: Verwenden Sie ein einfaches Strommessgerät oder eine smarte Messsteckdose – aber möglichst über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel einen ganzen Tag.

Bei 50 Watt Leistung und einem Strompreis von 31,8 Cent pro kWh sind es 1,6 Cent in der Stunde. Bei Volllast (300 Watt) sind es gleich 9,5 Cent. Auf das Jahr gerechnet (365 Tage – 30 Urlaubstage = 335 Tage) belaufen sich die Stromkosten bei täglicher Nutzung von vier Stunden auf rund 21 Euro bei moderater beziehungsweise 128 Euro pro Jahr bei voller Auslastung. Der Stromverbrauch von Monitor, Soundsystem, Drucker und Co. ist in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt. Er kann die Stromkosten im Schnitt um mindestens ein Drittel erhöhen.

Stromkosten immer individuell zu ermitteln

Die hier verwendete Berechnungsgrundlage ist natürlich nur rein hypothetisch und dient in erster Linie als Richtwert. Denn mit dem Wechsel vom Büro ins Homeoffice steigt auch die tägliche Nutzungsdauer. Die genauen Stromkosten sind daher immer individuell zu ermitteln.

(c) RPalis / iStock.com

Stromverbrauch & Ökobilanz von Computer-Monitoren

Je größer der Bildschirm, desto höher der Stromverbrauch. Doch auch bei gleichgroßen Geräten gibt es enorme Unterschiede. Laut der Plattform EcoTopTen verbraucht ein alter und ineffizienter 24 Zoll- bzw. 61 cm-Monitor bei einer durchschnittlichen Nutzung jährlich Strom in Höhe von 18 Euro, während sich ein sparsamer Monitor mit Strom für 7 Euro begnügt. Während fünf Jahren Nutzung ergibt das beim Stromverbrauch eines Monitors eine Ersparnis von rund 55 Euro. 

Formel: Stromverbrauch für den PC berechnen

Um näherungsweise zu berechnen, wie viel Strom Ihr PC verbraucht und welche Kosten dadurch entstehen, multiplizieren Sie die Leistungsaufnahme des PCs in Kilowatt mit der Nutzungsdauer in Stunden. Anschließend multiplizieren Sie den Wert mit Ihrem Strompreis pro Kilowattstunde.

Leistungsaufnahme in kW x Nutzungsdauer in Stunden (h) x Strompreis in Euro = Stromkosten pro Tag

Beispielrechnung:

  • Durchschnittsleistung 50 Watt (= 0,05 kW) 
  • Nutzungsdauer: 4 Stunden
  • durchschnittlicher Strompreis 2020: 31,8 Cent pro kWh 

(0,05 kW x 4 h) x 0,318 € = 0,0636 € pro Tag

Auf 335 Tage gerechnet ergibt dies Stromkosten in Höhe von rund 21 Euro im Jahr. 

Stromverbrauch beim Elitebook

Notebooks sind in der Regel sparsamer als PC. Aber je nach Prozessor, Grafikkarte und Displaygröße kann sich das Blatt wenden. Das Netzteil meines Elitebook zum Beispiel hat eine Leistungsaufnahme von 90 Watt pro Stunde. Das einer sogenannten mobilen Workstation genehmigt sich gut und gern 230 Watt. Da ich aber weder Bilder professionell bearbeite noch Videos schneide, bewegt sich der Stromverbrauch in der Praxis zwischen 30 und 50 Watt pro Stunde. Das habe ich mit einer smarten Messsteckdose herausgefunden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von zwei Stunden pro Tag ergibt sich bei mir folgende Rechnung:

  • Durchschnittsleistung 30 Watt (= 0,04 kW)
  • Nutzungsdauer: 2 Stunden
  • durchschnittlicher Strompreis 2020: 31,8 Cent pro kWh

(0,04 kW x 2 h) x 0,318 € = 0,025 € pro Tag

Auf 335 Tage gerechnet ergibt dies Stromkosten in Höhe von 8,52 Euro im Jahr.

Stromkosten im Standby bei Computern und Notebooks

(c) wetwater / Fotolia.com

Bei älteren Desktop-PCs und Monitoren kann der Stromverbrauch im Standby-Modus für überraschend hohe Stromkosten sorgen. Beide Geräte werden auch im scheinbar ausgeschalteten Zustand weiter mit Strom versorgt– andernfalls würden sie beim Klick auf den „Ein“-Schalter nicht so schnell anspringen. Mit einer schaltbaren Steckerleiste oder einer Master-Slave-Steckdose können Sie den PC und alle Peripheriegeräte komplett vom Strom trennen und so unnötigen Stromverbrauch vermeiden.

Nutzen Sie außerdem die Stromsparfunktionen der verschiedenen Betriebssysteme. So lässt sich beispielsweise einstellen, dass der PC nach wenigen Minuten in den Ruhemodus schaltet. Moderne Rechner haben im Ruhemodus eine Leistungsaufnahme zwischen 0,5 und 2 Watt, im ausgeschalteten Zustand sind es zwischen 0,2 und 1 Watt. Auf animierte Bildschirmschoner sollten Sie auf jeden Fall verzichten, um Strom zu sparen.

Die hier genannten Tipps gelten natürlich auch für Laptops!

Kauftipps für PC, Notebook und Monitor

Wenn der Computer oder das Notebook nur noch langsam läuft, muss nicht zwangsläufig ein neues Gerät her. Entweder ist kaum noch Platz auf der Festplatte vorhanden, es läuft ressourcenhungrige Software oder einzelne Hardwarebereiche könnten ein Upgrade vertragen. Viele Komponenten wie Festplatte oder Arbeitsspeicher lassen sich problemlos austauschen oder erweitern.

Freund*innen, Bekannte und Fachleute helfen beim Upgrade

Neben dem bereits erwähnten Austausch der Festplatte habe ich meinem Notebook auch ein neues Betriebssystem verpasst. Ubuntu. Diese Linux-Distribution ist nicht nur kostenfrei, sie ist in der Anwendung auch ziemlich flott – zumindest beim Hochfahren und Surfen. Dieser Umstieg hat nicht nur mir viele Vorteile gebracht, sondern auch der Umwelt. Schließlich kann ich meinen technisch nicht mehr aktuellen Rechner weiterhin uneingeschränkt nutzen. Mit dem vorherigen Betriebssystem wäre ich leistungstechnisch an meine Grenzen gestoßen – und hätte mein Notebook wahrscheinlich entsorgen müssen.

Falls Sie auch diesen Schritt wagen möchten: Lassen Sie sich am besten von Fachleuten beraten. Hilfe dazu gibt es oft auch in Online-Foren, in Repair-Cafés oder bei kundigen Nachbar*innen, Verwandten oder Freund*innen. Falls es doch ein neues Produkt sein muss, achten Sie möglichst auf folgende Kriterien:

  • hohe Energieeffizienz
  • niedriger Schadstoffgehalt
  • gute Reparatur- und Recyclingfähigkeit

Siegel für effiziente und umweltfreundliche Geräte

Elektrogeräte, die diese Kriterien erfüllen, erkennen Sie oft an den Umweltsiegeln. Die bekanntesten davon sind „Blauer Engel“, TCO und EPEAT Gold. Im Gegensatz zum EU-Energielabel sind diese Kennzeichnungen jedoch nicht verpflichtend. Weit verbreitete Zeichen wie der Energy Star garantieren dagegen nur Mindestanforderungen, die von einem Großteil der Geräte am Markt eingehalten werden.

Wegen der Schnelllebigkeit des Markts verzichtet die unabhängige Vergleichsplattform EcoTopTen auf die Empfehlung konkreter Computer. Dafür gibt es ausführliche Informationen zu Nutzertypen, Computertypen, den einzelnen Komponenten und zum Stromverbrauch. Für Monitore hingegen bietet EcoTopTen eine Übersicht umweltfreundlicher Modelle verschiedener Größen.

Wenn Sie sich für einen neuen Fernseher interessieren, ist EcoTopTen ebenfalls eine gute Anlaufstelle. Neben konkreten Kaufempfehlungen für Fernseher finden Sie auf der Website auch zahlreiche Kauf- und Spartipps, mit denen Sie langfristig Strom sparen können.

Stromverbrauch von Smartphone, Netbook und Tablet

(c) David Molina Grande / Fotolia.com

Mobile Geräte wie Netbooks und Tablets verbrauchen weniger Strom als Desktop-PC mit einem externen Bildschirm. Zudem sind die Hardware-Komponenten der mobilen Geräte auf eine möglichst lange Akku-Laufzeit ausgelegt. Die jährlichen Ausgaben für Strom belaufen sich bei einer durchschnittlichen Nutzung auf 5 Euro pro Jahr bei einem effizienten Tablet. Am wenigsten Strom verbraucht der kleinste mobile Computer in Form des Smartphones. Trotz des geringen Stromverbrauchs gibt es auch hier Möglichkeiten, die Kosten zu senken.

Strom sparen mit Laptop und Tablet

  • Stromverbrauch des Displays senken: Senken Sie bei Ihren mobilen Geräten die Bildschirmhelligkeit auf das notwendige Maß. Das verlängert die Akkulaufzeit des Geräts und spart so Stromkosten.
  • Energiesparmodus einschalten: Tablets und auch Smartphones verfügen in der Regel über eine Energiesparoption, die Sie in den Einstellungen aktivieren können. Im Energiesparmodus geht das Gerät schneller in den Standby. Einzelne Hardware-Komponenten und Apps/Software werden bei Nicht-Nutzung ausgeschaltet und die Displaybeleuchtung wird reduziert.
  • Ortungsdienste deaktivieren: Auch Ortungsdienste verbrauchen zusätzlich Strom bei Smartphone und Tablet. Deaktivieren Sie die Funktion in den Einstellungen; zum Beispiel bei Android unter „Standort“, bei iOS im Datenschutz unter „Ortungsdienste“.
  • WLAN, NFC und Bluetooth ausschalten: Auch diese Funktionen sollten Sie deaktivieren, wenn Sie gerade nicht gebraucht werden.

Klima schonen mit Laptop, Tablet und Smartphone

(c) goodluz / Fotolia.com

Mobile Computer verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Strom als der klassische Desktop-PC – aus ökologischer Sicht ist das prinzipiell positiv. Doch dieses Sparpotenzial wird oft nicht genutzt, weil Smartphones, Laptops und Tablets häufiger durch neue Modelle ersetzt werden oder bei einem Defekt nicht repariert werden können.

Dabei gilt fast allen Geräten der Unterhaltungselektronik, dass die größte Klima-Belastung bereits bei der Produktion entsteht. Bei Smartphones entstehen beispielsweise rund zwei Fünftel der gesamten CO2-Emissionen bei der Herstellung. In den Geräten sind außerdem seltene Erden und wertvolle Metalle verbaut, die fast immer unter schlechten ökologischen und sozialen Bedingungen abgebaut werden. Viele Geräte stammen zudem aus China, wo sie oft mit Strom aus Kohle-Kraftwerken gebaut werden.

Aufrüsten, reparieren, spenden – 6 klimaschonende Tipps

Um das Klima zu entlasten, sollten daher alle elektrischen Geräte so lange wie möglich genutzt werden. Diese Tipps sollten Sie dafür beachten:

  • Herstellergarantie bei Kauf beachten: Achten Sie beim Kauf von Elektronik auf eine möglichst lange Gerätegarantie und einen Reparaturservice.
  • Reparierbarkeit im Blick haben: Wie gut lassen sich einzelne Komponenten eines Geräts austauschen und/oder reparieren? Ein fest eingebauter oder verklebter Akku lässt sich beispielsweise nicht oder nur schlecht austauschen. Stiftung Warentest hat verschiedene Reparaturdienste unter die Lupe genommen. „IFixit“ bewertet die Reparierbarkeit und bietet kostenlose Anleitungen für Reparaturen.
  • Laptop, Handy und Co. aufrüsten und reparieren: Ein langsam gewordener Laptop lässt sich durch zusätzlichen Arbeitsspeicher, eine Defragmentierung der Festplatte oder eine neue Festplatte (SSD statt HDD) beschleunigen. Bei Smartphone und Tablet lassen sich kaputte Displays, Touchscreens und Akkus austauschen. Bei vielen Geräten kann auch ein neues Betriebssystem installiert werden. Das ist vor allem für Smartphones und Tablets interessant, die keine Hersteller-Updates mehr erhalten (Beispiel: LineageOS für Android-Geräte).
  • Alte Geräte verkaufen oder spenden: Wenn es doch ein neues Gerät sein muss, spenden, verschenken oder verkaufen Sie Ihr altes – so verlängert sich der Lebenszyklus und Sie erfreuen eine weitere Person. Selbst defekte Geräte sind teilweise als Ersatzteillager interessant. Plattformen für den Verkauf sind unter anderem ebay.de, ebay Kleinanzeigen, reBuy.de, wirkaufens.de, flip4new.de und momox.de.
  • Elektronik gebraucht kaufen: Firmen wie refurbed.de und rebuy.de haben sich auf das Aufmotzen von Elektronik wie Smartphone, Laptop und Co. spezialisiert. Hier finden Sie technisch überarbeitete und gesäuberte gebrauchte Geräte.
  • Neue Technik leihen statt kaufen: Sie wollen eine Smart-Watch oder eine Spielekonsole erst mal ausprobieren oder nur vorübergehend nutzen? Es muss nicht immer Eigentum sein: Beispielsweise können Sie auf getgrover.com neue Technik ausleihen.

Richtige Entsorgung alter Elektronik

(c) ermess / fotolia.com

Egal ob Smartphone, Computer oder Tablet: Keines dieser Elektrogeräte gehört in den Hausmüll, sondern in kommunale Sammelstellen. Die Abgabe ist für Sie kostenlos. Wenn Sie ein kaputtes Gerät durch ein neues ersetzen, sind Elektro-Händler verpflichtet, Ihr altes Gerät zurückzunehmen. Das ist immer dann der Fall, wenn sie über mindestens 400 Quadratmeter Verkaufs- oder Lagerfläche verfügen. Das gilt auch für den Online-Handel. Mehr Informationen dazu bietet die Verbraucherzentrale.

Übrigens: Die Althandy-Initiative der Deutschen Umwelthilfe nimmt ausgediente Smartphones per Post entgegen – und spendet den Erlös an Umweltinitiativen.

Tipp: Daten löschen

Ihr alter Computer oder Ihr Smartphone geht auch nach der Entsorgung noch durch einige Hände. Stellen Sie daher sicher, dass Ihre gespeicherten Daten vollständig gelöscht wurden. Dazu können Sie ein entsprechendes Programm über das Gerät laufen lassen. Mehr Informationen und Tipps dazu hält das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereit.

Autor*innen: Minh Duc Nguyen (mit Unterstützung von Laura Wagener und Jens Hakenes)

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